Clip-In Filter

Es gibt Situationen, wo man das vorhandene Licht reduzieren möchte. Dafür gibt es ND(Neutraldichte)-Filter. Ein anderer Begriff dafür ist Graufilter. Man kann sich das wie eine Sonnenbrille für den Sensor vorstellen. Gute ND-Filter verändern dabei nicht die Farben, sie dunkeln farbneutral ab.

Diese ND-Filter gibt es in verschiedenen Stärken. Wie stark ein ND-Filter abdunkelt, wird dabei in Blendenstufen angegeben. Um das ganze ein bisschen komplizierter zu machen, verwendet man dafür aber eine spezielle Schreibweise, z.B. ND2 oder ND16:

ND-Wert„Umrechnung“in BlendenstufenLicht-Durchlässigkeit
ND221=2 (2 hoch 1)1 Blendenstufe50%
ND422=4 (2 hoch 2)2 Blendenstufen25%
ND823=8 (2 hoch 3)3 Blendenstufen12,5%
ND1624=16 (2 hoch 4)4 Blendenstufen6,25%
ND6426=64 (2 hoch 6)6 Blendenstufen1,5625%
ND1024 (ND1000)210=1024 ~1000 (2 hoch 10)10 Blendenstufen~0,1%

Für Landschaftsfotografie gibt es auch ND-Verlaufsfilter. Die sind dann z.B. mit fließendem oder auch abruptem Verlauf an der einen Hälfte „dunkel“ auf der anderen Hälfte „hell“. Das ist praktisch, wenn man z.B. den Himmel abdunkeln möchte, aber nicht das, was unter dem Himmel ist.

Als Bauformen gibt es im Wesentlichen Vorsatz-Filter, die man in eine Halterung vor das Objektiv einschiebt, Schraubfilter, die man in das Filtergewinde des Objektives schraubt und Clip-In Filter, die man vor den Sensor einklippt. Und dann gibt es Kameras, die diese Filter auch elektronische simulieren können. Das klappt mehr oder weniger gut. Verlaufsfilter kenne ich dabei nur als Vorsatz-Filter und als elektronischer Filter.

Besonders wichtig sind ND-Filter beim Filmen. Nicht so sehr physikalisch, aber durch unsere Sehgewohnheiten von Bewegtbildern definiert, verwendet man beim Filmen z.B. eine Belichtungszeit von 1/60s. Also eine recht lange Belichtungszeit im Vergleich zu bei Naturfotos. Praktisch führt das dazu, dass man bei den Standard-ISOs sehr stark abblenden muss, z.B. auf Blende 16 oder noch kleinere Blenden. In diesem Bereich ist dann die Beugung als Schärfeverlust meistens deutlich wahrnehmbar. Daher muss man hier abdunkeln. Und… beim Filmen klappen auch die elektronischen Filtersimulationen nicht.

Persönlich filme ich oft mit Makroobjektiven im Wasser. Dabei kann es durchaus passieren, dass ich so tief an die Wasseroberfläche gehe, dass Wasser in die Streulichtblende rinnt. Ich lehre das Wasser dann einfach aus, das ist bei gut abgedichteten Objektiven wie dem OM-System M.Zuiko 90/3.5 kein Problem. Speziell auch deshalb, weil die Linse des Objektives ja einen deutlich kleineren Durchmesser hat, als z.B. das Gewinde für die Schraubfilter. Da nasse Schraubfilter ein optisches Problem darstellen können, verwende ich also beim Filmen gerne Clip-In Filter.

Hier ein kurzes, unbearbeitetes Filmchen, wie das dann aussieht, wenn man einen ND16 (4 Blendestufen) eingeklippt hat. Die gezeigte Libelle ist etwas über 3cm lang. Jedenfalls ist das dann Material, das man gut nutzen kann. Der AF der OM1.2 war hier auf C-AF + TR gestellt.

Ein- und Ausbau der Clip-In Filter

Der Ein- und Ausbau der Filter ist sehr unkompliziert und erfordert auch kein Werkzeug.

Beim Einbau legt den Filter einfach an die vorgesehene Stelle und drückt dann leicht mit dem Finger auf den Filter. Dann ist er auch schon eingebaut.

Beim Ausbauen hebt man den Filter mit dem Fingernagel bei einer der beiden Federn (links über dem ND16 Aufdruck bzw. auch rechts) kurz an und entnimmt dann den Filter.